Verhandlungen über Konsultation und Verbesserung des Sozialplans bei Clariant gescheitert

Eine Verhandlungsrunde zwischen Clariant und den Sozialpartnern über eine Verbesserung des Sozialplans ist heute Nachmittag ergebnislos gescheitert. Das Clariant-Management weist auch alle Alternativvorschläge der Belegschaft zu den angekündigten Massenentlassungen in Bausch und Bogen ab.

Das Clariant-Management ist offenbar nicht bereit, gemeinsam mit den Sozialpartnern die offenen Fragen bezüglich dem Sozialplan und den Modalitäten der Konsultationsfrist anzugehen. Dies ist das Ergebnis einer Verhandlungsrunde, welche heute zwischen den Vertretern der Clariant-Belegschaft und der Gewerkschaften sowie der Konzernführung in Muttenz stattgefunden hat.

 

Unerträgliche Herr-im-Haus-Mentalität 

Schuld am Scheitern der Gespräche war die unverhohlene Arroganz der Clariant-Vertreter, welche nicht einmal die elementaren Regeln sozialpartnerschaftlichen Respekts einzuhalten bereit sind. Eine Bereitschaft zu inhaltlichen Zugeständnissen wie einer Verbesserung des Sozialplans ist ebenso wenig erkennbar wie eine ernsthafte Prüfung der Alternativvorschläge, welche die Belegschaft zu den geplanten Massenentlassungen eingereicht hat. Es ist diese unerträgliche Herr-im-Haus-Mentalität, welche die Belegschaft zusätzlich zu den immer neuen Restrukturierungs- bzw. Entlassungswellen bereits seit Jahren verunsichert und demotiviert.

 

Die Unia wird nun im Mai eine Belegschaftsversammlung einberufen, um mit den Beschäftigten das weitere Vorgehen zu besprechen. Es liegt ein Antrag aus der Belegschaft vor, Kampfmassnahmen vorzubereiten. Zudem bereitet die Unia die Einreichung einer Klage auf Verletzung der gesetzlichen Pflicht zum Einbezug der Belegschaft bei Massenentlassungen vor (Verletzung des Informationsrechts gemäss OR).

 

 

Weitere Auskünfte

Corrado Pardini, Mitglied der Geschäftsleitung der Unia

Manuel Wyss, stv. Branchenverantwortlicher Chemie der Unia

Jörg Studer, Betriebskommissionsmitglied Clariant