«Mein Name ist Kottmann. Ich bin geschüttelt, aber nicht gerührt!»

Heute Mittag haben etwa 50 Unia-Vertrauensleute und Gewerkschafter/-innen gegen die kaltschnäuzige Abbaupolitik von Clariant-CEO Hariolf Kottmann protestiert. Kottmann hat im Rahmen seines Restrukturierungsprogrammes «Clariant Excellence» über 140 Entlassungen und weitere mögliche Abbaumassnahmen in den kommenden Monaten angekündigt. Die Beschäftigten fordern stattdessen die Einführung von Kurzarbeit.

Eine mitgeführte Puppe mit der Aufschrift «Mein Name ist Kottmann. Ich bin geschüttelt, aber nicht gerührt!» zeigt, dass sich die Wut der Clariant-Beschäftigten besonders gegen den verantwortlichen Clariant-CEO Hariolf Kottmann richtet. Dieser erklärte unlängst in einem Interview, es gehe darum, die Belegschaft zu «schütteln und aufzuwecken» und kündete in diesem Zusammenhang noch weitergehende Abbaumassnahmen an. Damit wähnt er sich «in Übereinstimmung mit unseren Investoren» (Letter of the CEO vom 16. März 2009).

 

Die Clariant-Arbeitnehmenden fordern von Kottmann, dass er nicht nur die Investoren-Interessen sondern vor allem die Anliegen der Beschäftigten berücksichtigt, welche den Betriebsertrag hart erarbeiten müssen. Insbesondere verlangen sie von ihm, dass er zu seiner Verantwortung steht und an den auf den 24. März angesetzten Spitzengesprächen teilnimmt, welche die Belegschaft und ihre Gewerkschaft mit den bisherigen Protestaktionen erreicht haben.

 

Kurzarbeit statt Kündigungen

An diesen Verhandlungen wollen die Personalvertretung und die Unia die Einführung von Kurzarbeit statt Kündigungen verbunden mit einer Weiterbildungsoffensive diskutieren. Zudem fordern sie die Rücknahme der Kündigung eines gewählten Personalvertreters und die Wiederaufnahme der vom Management einseitig abgebrochenen Lohnverhandlungen.

 

Zurzeit werden die Clariant-Mitarbeitenden auf dem Betriebsgelände mit Flugblättern über die Aktion und die Forderungen an das Management informiert.

 

Weitere Auskünfte:

Jörg Studer, Betriebskommissionspräsident Clariant

Mario Ricciardi, Gewerkschaftssekretär Unia