Plattenleger-Gesamtarbeitsvertrag: Gute Lösung liegt auf dem Tisch

Gestern Mittwoch fand die erste Verhandlungsrunde für einen neuen Gesamtarbeitsvertrag im Plattengewerbe statt. Die Gespräche verliefen äusserst positiv: Eine beidseits vorteilhafte Lösung liegt auf dem Tisch. Jetzt müssen nur noch die Mitgliedsfirmen des Plattenverbandes die Chance für eine langfristig tragfähige Sozialpartnerschaft packen und den Vertrag ratifizieren.

Plattenverband und Gewerkschaften sind sich einig: Ein starker, allgemeinverbindlicher Gesamtarbeitsvertrag ist für die Branche von grundlegender Bedeutung. Der GAV verhindert eine Abwärtsspirale bei Preisen und Arbeitsbedingungen und ist Ausdruck der Wertschätzung für die anspruchsvolle und harte Arbeit der Plattenleger*innen. Zugleich sichert er den Unternehmen Planungssicherheit und eine motivierte, engagierte Arbeitnehmerschaft. Der drohende vertragslose Zustand wäre hingegen für beide Seiten mit weitreichenden negativen Auswirkungen verbunden.

Verlässliche Unterbindung von Lohndumping durch ausserregionale Firmen
Nach konfliktreichen Monaten verliefen die gestrige Verhandlung in respektvoller und konstruktiver Atmosphäre. Neben der Sicherung der bisherigen Lösung für Frühpensionierungen war der zweite Knackpunkt die Frage der Mindestlöhne: Sie sind heute in den beiden Basel höher als in anderen Regionen. Die Arbeitgeber befürchten eine unfaire Konkurrenz durch externe Lohndumping-Firmen. In den Verhandlungen konnte dafür gemeinsam eine überzeugende Lösung skizziert werden:

Mit flächendeckenden Kontrollen der Arbeitsbedingungen kann sicherstellt werden, dass die hiesigen Mindestlöhne verlässlich eingehalten und allfällige Verstösse hart geahndet werden. Die Bedingungen dafür sind gegeben: gesetzlich durch das vom Bundesrat gestützte Vor-Ort-Prinzip und in der Umsetzung mit der erfahrenen, von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gemeinsam getragene Kontrollorganisation AMKB. Auch die nationalen Sozialpartner haben für eine solche Lösung ihre finanzielle und ideelle Unterstützung zugesichert.

Sozialpartnerschaftliche Kontrollen der Arbeitsbedingungen haben sich bereits in anderen Branchen als erfolgreiches Modell erwiesen, um den Druck auf faire Mindestlöhne zu entschärfen und für gleich lange Spiesse für die anständigen Firmen gegen unlautere Konkurrenten zu sorgen. Spätestens seit der Einführung der Personenfreizügigkeit und der damit einhergehenden Öffnung des Arbeitsmarktes gegenüber der Europäischen Union ist klar, dass Missbrauch gegen regional höhere Löhne unterbunden werden kann, wenn die GAV konsequent kontrolliert und durchgesetzt werden. So werden faire Mindestlöhne für einheimischen Unternehmen nicht zum Nachteil.

Noch ein entscheidender Schritt für einen erfolgreichen Plattenleger-GAV
Die Arbeitgeber müssen nun noch formell die Zustimmung der Plattenleger-Firmen zu dieser Lösung einholen. Dann ist der Weg frei, um am kommenden Mittwoch, dem 17. März, in einer zweiten Runde die Details auszuarbeiten und die erfolgreiche Zukunft des starken Plattenleger-Gesamtarbeitsvertrages endgültig sicherzustellen.