Unia fordert Sozialpartnerschaft beim GAV fürs Gärtnergewerbe

Die Unia hat die Gärtnermeister beider Basel (GmbB) aufgefordert, die Gewerkschaft per Januar 2020 als vollwertige Vertragspartnerin in den Basler Gärtnergewerbe-GAV aufzunehmen. Denn für eine funktionierende Sozialpartnerschaft braucht es alle relevanten Verbände am Tisch.

Die Unia Aargau-Nordwestschweiz hat beschlossen, künftig über den Gesamtarbeitsvertrag Gärtnergewerbe in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft direkt am Verhandlungstisch mitreden zu wollen. Ein GAV ohne die schweizweit grösste Arbeitnehmendenvertretung in der grünen Branche mit an Bord ist nicht länger hinnehmbar.

In Genf, Waadt und Wallis ist die Unia bereits seit Längerem Sozialpartnerin eines regionalen Gesamtarbeitsvertrages. Im Kanton Schaffhausen hat das Engagement der Unia-Gärtner*innen ebenfalls zu einem Gesamtarbeitsvertrag geführt. Dort wollten die Gärtnermeister*innen anfänglich nur mit einem kleineren Berufsverband verhandeln. Der Schaffhauser Regierungsrat und das Obergericht hielten allerdings unmissverständlich fest, dass auch die Unia als Sozialpartnerin in den GAV aufgenommen werden muss.

Die Unia ist überzeugt, dass eine funktionierende Sozialpartnerschaft im Basler Gärtnergewerbe-GAV möglich ist. Dafür braucht es allerdings alle relevanten Verbände am Tisch – was derzeit nicht der Fall ist. Die Unia als repräsentative Vertretung der Gärtner*innen sieht ihre Aufgabe darin, die Arbeitsbedingungen aktiv mitzugestalten.

Letztmals verhandelte die Unia im Jahr 2008 mit den Gärtnermeister*innen in Basel, wegen tiefer Mindestlöhne und schlechter Arbeitsbedingungen im GAV konnte die Unia dem Vertrag damals nicht zustimmen. Seitdem haben die Arbeitgeber*innen einige Schritte vorwärts gemacht, wenn auch meist auf Druck der Arbeitnehmenden. Die gesamtarbeitsvertraglich festgelegten Mindestlöhne sind deutlich gestiegen und die Arbeitsbedingungen in vielen Punkten verbessert worden.