Bauarbeiter*innen fordern Gesamtarbeitsvertrag für die Region

Mittags- und 9-Uhr-Pausen wie auch Autofahrten während der Arbeit müssen bezahlt werden – das fordern die Bauarbeiter*innen beider Basel und rufen damit die Baumeister an den Verhandlungstisch. Die rund 400 Bauarbeiter*innen an der regionalen Bauversammlung sind sich einig: Höchste Zeit, dass wir an dem Boom der Branche beteiligt werden, denn der Bau, das sind wir!

In den letzten zehn Jahren haben die Bauarbeiter*innen dafür gesorgt, dass der Umsatz auf dem Bau um fast 30 Prozent gewachsen ist. Ein Aufwärtstrend, der sich auch in der Region fortsetzt:  Von satten 67% mehr Gesamtumsatz im zweiten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr profitieren die Baumeister*innen beider Basel. Auch in Zukunft sind ihnen volle Taschen sicher: Die Auftragsbücher fürs nächste Jahr sind rappelvoll (der Schweizer Baumeisterverband berichtet von einer «prallen Projektpipeline»).

Die Kehrseite dieses Erfolgs schultern die Arbeiter*innen auf den Baustellen: Immer weniger Leute arbeiten immer mehr, der Termindruck steigt, die Arbeitssicherheit sinkt. Die Mindestlöhne des Landesmantelvertrages treten seit Jahren auf der Stelle, was einer faktischen Lohnsenkung gleichkommt: Die Kaufkraft sinkt, die Pensionskassenbeiträge steigen, was das Leben – gerade in den Kantonen Basel-Stadt und Baselland – verteuert.

Rund 400 Bauarbeiter*innen haben sich daher am Donnerstagabend im grossen Saal des Basler Restaurants Union entschieden, von den Bauunternehmern der Region Basel (BRB) einen regionalen Gesamtarbeitsvertrag zu fordern. Dieser soll den nationalen Landesmantelvertrag um folgende Regelungen ergänzen:

  • Generelle Mittagsentschädigung für alle
  • Bezahlte 9-Uhr-Pause
  • Reisezeit ist Arbeitszeit (insbesondere für die Wege zwischen Magazin und Baustellen)

«Damit liegt der Ball bei den Baumeistern» resümiert Lucien Robischon, Bereichsleiter Bau der Unia Region Aargau-Nordwestschweiz: «Wir fordern, dass die Verhandlungen noch in diesem Jahr aufgenommen werden».