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Kundgebung gegen Novartis-Stellenabbau

«Mensch vor Marge» statt skrupelloser Unternehmenspolitik: Rund 800 Teilnehmende haben am Samstag an der Solidaritäts-Kundgebung für die Novartis-Mitarbeitenden ihr Unverständnis über den Stellenabbau beim Pharmaunternehmen zum Ausdruck gebracht.

Die Mitarbeitenden der Novartis haben zusammen mit den Gewerkschaften Unia und Syna sowie dem Verband Angestellte Schweiz am Samstag auf dem Theaterplatz in Basel zu einer Protest-Kundgebung aufgerufen. Rund 800 Personen haben mit ihrer Teilnahme Unterstützung im Kampf gegen den Stellenabbau bekundet und ihr Unverständnis für die Renditegier bei Novartis geäussert.

Novartis ist ohne Skrupel bereit, für die Aktionäre ein paar Prozentpunkte bei der Marge herauszuschlagen und gleichzeitig langjährige Mitarbeitende auf die Strasse zu stellen, die in den letzten Jahren wesentlich zu den Milliardengewinnen beigetragen haben.

Die Mitarbeitenden fordern deshalb, dass in der Unternehmenspolitik der Mensch an erster Stelle stehen soll und nicht die Aktionäre mit ihren Renditeerwartungen.

In einem symbolischen Akt zerfetzten die Anwesenden auf dem Theaterplatz die von Novartis angekündigten Kündigungen, die «blauen Briefe». «Der angekündigte Stellenabbau ist verantwortungslos», so Christof Burkard, Leiter Sozialpartnerschaft bei Angestellte Schweiz. «Damit schadet Novartis dem ganzen Standort Basel.»

Daniela Neves, Industrie-Verantwortliche der Unia Region Aargau-Nordwestschweiz, führt aus: «Nicht nur die Mitarbeitenden von Novartis sind betroffen, sondern die gesamte Bevölkerung der Region Aargau-Nordwestschweiz. Die Anwesenden haben das verstanden, die Politik dagegen muss noch dazu lernen und darf Novartis nicht immer nur entgegenkommen, sondern darf auch Forderungen stellen.»

Die Anwesenden auf dem Theaterplatz waren sich einig: Novartis wäre ohne weiteres in der Lage, eine nachhaltige Entwicklung auch im Hinblick auf die Personalpolitik umzusetzen. «Offensichtlich hat das Management ihre Aufgabe aber mehr als schlecht erledigt, weshalb nun ein radikaler Abbau vorgenommen wird», erläutert Astrid Beigel, Regionalverantwortliche der Syna Nordwestschweiz. «Dass nun die Mitarbeitenden darunter leiden, ist nicht akzeptabel.»

Die Führungsetage hat in Sachen Personalpolitik offensichtlich auf ganzer Linie versagt, wie der angekündigte Kahlschlag beweist. Dennoch ist das Management weiterhin dreist und gierig genug, sich mit Millionensalären auf Kosten derjenigen, welche die Arbeit machen, zu bereichern.

Derzeit läuft das Konsultationsverfahren bei Novartis, in dessen Rahmen sich die Mitarbeitenden für den Erhalt der Stellen einsetzen werden.