Unia akzeptiert keine Verschlechterung der Sozialpläne bei Roche

Das weltgrösste Biotechunternehmen Roche vollzieht die internen Umstrukturierungen auf Kosten der Mitarbeitenden und hat den Sozialplan für die im September angekündigte Massenentlassung massiv verschlechtert.

Die Roche hat im September angekündigt, trotz regelmässiger Milliardengewinne 190 Stellen am Standort Basel abzubauen. Roche hat die Zahl zwar mittlerweile nach unten korrigiert. Dass dies aber erst aufgrund des Konsultationsverfahrens geschehen ist, lässt Zweifel an einer verantwortungsvollen Personalpolitik aufkommen. Ein weiteres Zeichen dafür ist der nun vorliegende Sozialplan, der deutliche Verschlechterung gegenüber früheren Sozialplänen enthält.

Mitarbeitende im Alter von 60 Jahren, die sich frühpensionieren lassen mussten, kamen bisher mit einer Kürzung der PK-Altersrente um 14 Prozent weg. Nun hat Roche die Kürzung auf 35 Prozent erhöht, somit mehr als verdoppelt und damit einer freiwilligen Frühpensionierung gleichgestellt. Die Verlängerung der Arbeitsverhältnisse kompensiert diese Kürzung bei weitem nicht. Dies ist ein Hohn für alle Mitarbeitenden, die im Rahmen der Massenentlassung ihren Arbeitsplatz verlieren.

Ausserdem wird die finanzielle Abfindung um einen Drittel gekürzt. Dies ist gemäss Roche nötig, um den älteren Mitarbeitenden eine bessere Lösung präsentieren zu können. Dass die Roche behauptet, nicht in der Lage zu sein, die bisherige Praxis bei Sozialplänen beizubehalten, ist angesichts der Milliardengewinne der letzten Jahre unglaubwürdig.

Die Bestrebungen der Roche, die Sozialpläne für die ganze Schweiz zu vereinheitlichen und damit auch deutlich zu verschlechtern, zeugt generell nicht von Wertschätzung der eigenen Mitarbeitenden. Dass die Vereinheitlichung vor der nun anstehenden Massenentlassung aufgegleist wurde, unterstreicht diese mangelnde Wertschätzung.